400 Jahre Staatslotterie im Spiegel der Stadt Hamburg

Münzen, Silberlöffel, Pokale und Geld standen zum Gewinn, als der Hamburger Rat im Jahr 1612 die erste staatliche Lotterie der deutschen Geschichte verkündete. Doch nicht die wertvollen Preise sollten damals die Hamburger zum Kauf eines Loses bewegen, sondern ihr Gemeinschaftssinn: Mit dem eingenommenen Geld war der Bau eines dringend benötigten Heimes für Obdachlose geplant.

Gewinnplan der ersten Hamburger Lotterie des Jahres 1612

Hamburg stand zu Anfang des 17. Jahrhunderts vor einer besonderen Herausforderung: Mit einer Einwohnerzahl von 40.000 Menschen wurde der Platz innerhalb der Stadtgrenzen eng, immer mehr Obdachlose strichen herum. Durch den Bau eines "Werk- und Zuchthauses" – damals kein Gefängnis, sondern eine Art Asyl- und Arbeitshaus für Obdachlose – sollten die Armen von den Straßen geholt werden. Für dessen Bau fehlte dem regierenden Hamburger Rat allerdings das Geld. Ein holländischer Brauch brachte die Bürgerschaft 1610 auf die Idee, das Vorhaben mit einer eigens geschaffenen Lotterie zu finanzieren. Der Rat war einverstanden und nach einigen Beratungen verkündete man am 5. Juni 1612 die Durchführung der ersten Lotterie, bei der nicht nur Sachgewinne, sondern auch Geldgewinne sowie Leib- und Erbrenten ausgespielt wurden.