400 Jahre Staatslotterie im Spiegel der Stadt Hamburg

Der Vorläufer der heutigen Lostrommel (1733)

Am Anfang war die gute Tat

Motiviert durch einen Appell des Waisenhaus-Vorstehers, in der er die Mängel des Armenwesens schilderte und sofortige Abhilfe forderte, gewann die Lotterie an Popularität. Lose konnte man zunächst ausschließlich bei einem vereidigten "Lottenschreiber" im Eimbeckschen Haus in der Hamburger Altstadt kaufen. Er führte sorgfältig Buch über die Einnahmen und verwaltete Gewinn- und Namenszettel. Für jeden Gewinn wurden dann immer gleichzeitig ein Los und ein Name aus zwei Körben gezogen.

1616 konnte das Zuchthaus dank des durch die Lotterie

zusammengekommenen Geldes fertiggestellt werden. Auch in den folgenden Jahrzehnten bestimmten karitative Zwecke – wie die Unterstützung der Notleidenden nach der großen Sintflut 1642 – die Hamburger Staatslotterie.
Wegen eines Betrugsversuchs wurde Ende des 17. Jahrhunderts eine weitere Lotterie durchgeführt: Der Kaufmann Marx Meyer ließ seine Juwelen von der Hamburger Bank überhöht schätzen und beleihen, um seine Schulden beim Bürgermeister zu begleichen. Der Schachzug flog auf und Meyer landete im Gefängnis. Um den entstandenen Schaden zu begleichen, sollten die Juwelen mittels einer Lotterie im Jahr 1696 verlost werden. Im Rahmen dieser Lotterie wurde eine entscheidende Neuerung vollzogen: Im Rathaus konnten Interessenten sich für die Teilnahme vormerken lassen und bekamen einen Schein mit einer Losnummer. Dies war die erste Lotterie, bei der nicht mehr Zettel mit den Namen der Spieler, sondern Nummern gezogen wurden.
Lohn für die Soldaten
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde Hamburg von einem neuen Problem heimgesucht: Die Bezahlung der Soldaten stand über 16 Monate im Rückstand und auch eine flugs erhobene Soldatensteuer half nicht viel. Um der Lage Herr zu werden, wurde 1701 die erste Soldatenlotterie verkündet. Als Gewinne winkten Leibrenten und Geld. Die Lotterie war zunächst ein voller Erfolg, da jedes Los gewann und so eine hohe Anziehungskraft gegeben war. Die Rentengewinne konnten allerdings auch auf die jüngsten Familienmitglieder übertragen werden, so dass die Hansestadt auf Dauer mehr auszahlen musste, als sie zuvor eingenommen hatte. Veränderte Spielregeln sollten dieses Problem 1708 bei der zweiten Soldatenlotterie lösen, allerdings gestalteten sich diese so kompliziert, dass nicht alle Lose in der vorgegebenen Zeitspanne verkauft werden konnten. 1709 startete der Rat mit der "Verbesserten Lotterey" einen erneuten Versuch und ließ den Spielplan zusätzlich auf Französisch drucken, um ausländische Teilnehmer zu gewinnen. Jedoch war diese Maßnahme nur von mäßigem Erfolg gekrönt. Von da an wurde in Hamburg die Lotterie nicht mehr an besondere Anlässe gebunden und wandelte sich zu einer regelmäßigen Einrichtung, was das Interesse von Seiten der Bevölkerung steigen ließ.