400 Jahre Staatslotterie im Spiegel der Stadt Hamburg

Ziehungsanlage seit 2005

Lotterie im Wandel der Zeit

Im Laufe der folgenden Jahrzehnte entwickelte sich die Lotterie immer weiter: Zunächst wurden die sogenannten Klassen eingeführt. Dies bedeutete, dass eine Lotterie in mehrere Abschnitte unterteilt wurde. Die günstigeren Lose der ersten Klassen ermöglichten auch Menschen mit niedrigem Einkommen teilzunehmen. 1727 konnten die Spieler erstmals Halbe-, Drittel- und Viertellose kaufen. 1732 wurde die Klassenlotterie als "Hamburgische Stadts-Lotterey" eine feste Institution in Hamburg und die Lotterien wurden nun fortlaufend nummeriert. Eine weitere Neuerung dieses Jahres waren die so genannten Kollekteure, die von nun an die Lose verkauften. Damit war der Beruf des heutigen Lotterie-Einnehmers geboren. Bei der 3. Hamburgischen Stadts-Lotterey im Jahr 1733 kamen erstmals die Radmaschinen, die Vorläufer der heutigen Lostrommel, zum Einsatz. Dabei wurden in der einen Radmaschine die Gewinnröllchen und Nieten bereitgehalten, in der anderen die Lose. Das so genannte Glücksrad wurde zum Symbol der Lotterie.
Ende des 18. Jahrhunderts ließ sich auch einer der großen deutschen Dichter und Denker von der Attraktivität der Staatslotterie überzeugen. 1797 erwarb Johann Wolfgang von Goethe das Los mit der Nummer 7666. Er befand sich zu der Zeit auf der Suche nach einem geeigneten Landsitz und hoffte, den begehrten Sachgewinn – das Gut Schockwitz nahe Breslau – zu gewinnen. Leider hatte Goethe kein Glück. Seinen Traum von einem Gut erfüllte er sich später dennoch auf anderem Wege. 
1810 wurde Hamburg dem französischen Kaiserreich einverleibt. In der folgenden Zeit versuchten die Hamburger ihr Glück bei der Kaiserlich-Französischen Zahlenlotterie. Bereits in den vorangegangenen Jahrzehnten hatte wachsende Konkurrenz aus dem Ausland zu starkem Geldabfluss geführt. Erst 1842 nach dem schweren Hamburger Brand, der 50 Todesopfer forderte und 20.000 Menschen ohne Bleibe zurückließ, wurde wieder eine Lotterie zur Linderung der Not in der Stadt durchgeführt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm der Erfolg der Hamburger Lotterie beträchtlich zu, unter anderem durch die Auflösung der Lotterien in Hannover und Frankfurt sowie einhergehend mit wachsenden Gewinnsummen. 1883 konnte erstmals ein Gewinn von einer halben Million Mark erzielt werden.
Seine Stellung als Stadtstaat bewahrte Hamburg 1904 davor, von Berlin in die Königlich-Preußische-Klassenlotterie eingegliedert zu werden. 1938 ging die Hamburgische Staats-Lotterie, wie sie seit 1924 hieß, jedoch in die Deutsche Reichslotterie über.

Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg

Nachdem der Wunsch der Hamburger, ihre frühere Lotterie wiederzubeleben, 1945 noch von den Briten abgelehnt worden war, wurde 1947 die "Nordwestdeutsche Klassenlotterie früher Hamburger Klassenlotterie" von den Ländern Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit Sitz in Hamburg gegründet. Seit 1960 ergänzt das Saarland die Runde der Trägerländer. Nach der Wiedervereinigung schlossen sich 1990 auch Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt der NKL an. Am Puls der Zeit bleibt die älteste deutsche Lotterie auch heute noch: 2004 führt die NKL mit der 112. Lotterie den Jackpot ein – ein absolutes Novum bei Klassenlotterien. Zum 400-jährigen Jubiläum, in der 128. Lotterie, kann der Jackpot sogar auf bis zu 32 Millionen Euro anwachsen (Gewinnchance 1 : 68.343.750). Seit 2005 erweitert der Renten-Joker das Angebot der NKL. Seit 2009 ergänzt die NKL-Rentenlotterie, die erste reine Rentenlotterie Deutschlands, das Produktportfolio. Sie bietet die Chance auf monatliche Sofort-Renten in Höhe von bis zu 10.000 Euro (Chance 1 : 750.000).