Ziehungen und Gewinne im Wandel der Zeit

Die Ziehungsanlage heute. Hier werden Millionäre gemacht.

1733 wurden die Gefäße dann durch zwei Ziehungstrommeln ersetzt, eine für die Namen und eine für die Lose. Die Lostrommel, das sogenannte "Glücksrad", wurde zum Symbol der Lotterie. Nach und nach verzichtete man auch auf die als Glücksboten eingesetzten Waisenkinder. Die Ziehung der Gewinnlose wurde nun von den Ziehungsbeamten durchgeführt.

1925 wurde das Ziehungsverfahren weiter professionalisiert: Welche Tätigkeit die einzelnen Mitglieder der Ziehungskommission hatten, wurde erst kurz vor der Ziehung bekannt gegeben und nach 500 Zügen wurden die Aufgaben neu verteilt, um möglichen Betrugsvorwürfen entgegenzuwirken. Zwei Aufsichtsbeamte zogen jeweils die Losnummer und den Gewinn, während ein Dritter die gezogenen Losnummern auffädelte. Der Faden wurde nach 100 Losen versiegelt, um die Zusammengehörigkeit von Losnummer und Gewinn zu garantieren - das sogenannte Nadelprotokoll. 

Erst 1980 verschwanden die Papierröllchen aus den Ziehungen und wurden durch nummerierte Kugeln ersetzt. Die von der Firma Brösch in Saarbrücken gebaute Ziehungsanlage der NKL bestand aus vier Trommeln und ermittelte ab 1980 in Hamburg die Gewinnnummern.Zwischen 1980 und 1990 wurde die Losauflage schrittweise von 300.000 Losen (65. Lotterie) auf 900.000 Lose (85. Lotterie) erhöht. Als die Losauflage 1991 zur 86. Lotterie mit 1.100.000 Losen 7-stellig wurde, musste die Ziehungsanlage um eine Trommel erweitert werden. Diese Ziehungsanlage wurde bis ins Jahr 2005 eingesetzt. Seit September 2005 verfügt die NKL über eine neue vollautomatische Ziehungsanlage der niederländischen Firma Lagotronics, mit sieben Trommeln. Die mit Kugeln gefüllten Trommeln werden durch Elektromotoren angetrieben und die weiteren Funktionen, wie zum Beispiel das Ziehen einer Kugel, durch Druckluft und Unterdruck ausgeführt. In den Kugeln befinden sich Chips, damit das Ziehungsergebnis vom Ziehungsgerät ausgelesen und per Datenübertragung an das Ziehungspersonal gesendet werden kann.

Mit der Einführung der Ziehung nummerierter Kugeln kam auch das Endziffernsystem zum Tragen. Hierbei entscheiden die Endziffern der Losnummern über den Gewinn. Wird eine einstellige Endziffer gezogen, können bei einer Losauflage von momentan 3.000.000 Los-nummern auf einen Schlag 300.000 Gewinnnummern ermittelt werden. Mit einer zweistelligen Endziffer werden 30.000 Gewinnnummern, mit einer dreistelligen Endziffer 3.000 Gewinnnummern, mit einer vierstelligen Endziffer 300 Gewinnnummern und mit einer fünfstelligen Endziffer 30 Gewinnnummern erzielt.

Die öffentlichen Ziehungen werden im Ziehungsstudio von einem Ziehungsleiter der NKL per PC-Steuerung durchgeführt und von einem Mitarbeiter der Behörde für Inneres und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg beaufsichtigt. Die Ziehungsaufsicht belegt jedes Zie-hungsergebnis mit einer digitalen Signatur, um es sicher in der Datenbank der NKL abzulegen.